Stellungnahme Bündnis 90/Die Grünen zu den Haushaltsberatungen im Fachbereich Bürgerservice und Soziales
Aufstockung der Personalanteile in den Bereichen Jugendberufshilfe und der kommunalen Seniorenarbeit um je eine halbe Vollzeitstelle
Der Ausbildungsmarkt in Lünen gestaltet sich nach wie vor höchst problematisch. Ca. 54% der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen sind bereits sog. Altbewerber/innen, d.h. sie sind seit mind. 1 Jahr ausbildungssuchend.
Hier muss die Stadt Lünen vermehrt Verantwortung zeigen und ihre übergreifenden Koordinierungsmöglichkeiten erkennen und nutzen. Aufgabenstellungen, die von den örtlichen Arbeitsmarktakteuren nicht geleistet werden können, müssen bei der kommunalen Förderung Schwerpunkte bilden, bestehende positive Ansätze sollen gestärkt und kontinuierlich fortgeführt werden. Es ist längst Zeit zu handeln, damit sich die Zahl der Altbewerber nicht noch weiter erhöht und die Defizite der letzten Jahre aufgearbeitet werden. Insbesondere an der Schnittstelle Übergang Schule - Beruf sollte die Handlungsfähigkeit durch weitere personelle Verstärkung ausgebaut werden. Die Zielformulierung im Produkthaushalt bis zum Jahr 2013 Lernpartnerschaften von Betrieben und Schulen von 3 auf 12 Lüner Schulen anzustreben, zeigt die Begrenztheit der bisherigen Möglichkeiten deutlich auf. Den Durchführungsrythmus des bislang jährlich stattfindenden Berufsinformationstages auf eineinhalb Jahre zu verlängern, wie kürzlich von SPD und CDU beschlossen, dürfte sich dabei wohl eher kontraproduktiv auswirken.
Bei all den Haushaltsdebatten um große Bauprojekte, Kulturhäuser usw. findet offensichtlich die Aufgabenstellung der kommunalen Seniorenarbeit bei der großen Koalition kaum Beachtung. Jedoch, der demographische Wandel wird mit Sicherheit vor Lünen nicht halt machen. Die Anteile älterer Menschen steigen und die Abnahme familiärer Netzwerke wird ihre Auswirkungen zeigen. Ehrenamtliches bürgerschaftliches Engagement übernimmt vermehrt integrative und sozial-kommunikative Aufgaben und entwickelt dabei nötige Impulse, die es aufzunehmen gilt.
Auf diese veränderten Bedarfslagen muss die Stadt Lünen rechtzeitig reagieren. Eine stetige Anpassung bei Beratung und Information ist erforderlich, ebenso die Koordination und Förderung der unverzichtbaren Ehrenamtsarbeit. Gelingt dies, bleibt unsere Stadt für Senior/innen attraktiv.
Jugend und Senioren dürfen nicht ständig "hinten anstehen". Eine zukunftsorientierte Kommune richtet ihr Augenmerk nicht nur auf große Bauprojekte, denn die kleinen Veränderungen erwirtschaften oft die großen Antworten. Alles eine Frage der Prioritäten?
Kirsten Jeck,
(Sachkundige Bürgern im Ausschuss für Bürgerservice und Soziales)
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